Agile Finanzplanung in der Praxis

Blog-Beitrag
CFO Services
Dennis Stahl
17
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02
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2026
Agile Finanzplanung in der Praxis: Mehr Klarheit, weniger Aufwand

Mehr Klarheit, weniger Aufwand

Mit agilem Forecasting zu schnelleren und besseren Entscheidungen

In einer Welt voller Unsicherheit und Dynamik – Stichwort VUCA – stehen Finanzabteilungen unter wachsendem Druck, wichtige Entscheidungen kurzfristig und dennoch fundiert zu treffen. Klassische Planungsprozesse stoßen dabei oft an ihre Grenzen. Ein agiler Ansatz in der Finanzplanung kann hier den entscheidenden Unterschied machen.

Warum agile Finanzplanung jetzt entscheidend ist

Volatile Märkte, neue Geschäftsmodelle und steigende Komplexität verlangen nach einem neuen Mindset in der Finanzfunktion. Statt sich in Detailverliebtheit zu verlieren, geht es darum, das Wesentliche zu erkennen: Welche Treiber beeinflussen die Geschäftsentwicklung wirklich? Welche Informationen sind entscheidungsrelevant?

Ein agiler Forecasting-Prozess setzt genau hier an:

  • Monatliche Updates und mehrjährige Forecasts (z. B. in den Prognosezyklen 6+6+12 oder 9+3+12) schaffen eine belastbare Grundlage für Budget und Strategie.
  • Die Planung erfolgt treiberbasiert, nicht kontengetrieben – das reduziert Komplexität und erhöht die Aussagekraft.
  • Fokus auf das Wesentliche: Im Management werden die Entwicklungen auf Basis aggregierter Zahlen diskutiert, um sich nicht in Details aus der Top-down- bzw. Bottom-up-Planung verlieren.

So gelingt der Wandel: Erfolgsfaktoren aus der Praxis

Der Weg zu einer agilen Finanzplanung beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit einem klaren Konzept. Dies zeigt sich auch am Beispiel eines Planungsprojekts aus dem Automotive-Umfeld, bei dem der Transformationsprozess fünf klar strukturierten Schritten folgte:  

  1. Konzeptentwicklung mit internen und externen Experten
  2. Toolauswahl für Forecasting und Planung  
  3. Aufbau eines Forecast-MVPs in nur drei Monaten  
  4. Entwicklung eines Budget-MVPs
  5. Verfeinerung und Skalierung für den breiten Roll-out

Was diesen Prozess besonders erfolgreich machte, war die Kombination aus methodischer Klarheit und einer pragmatischen Umsetzungskultur. Eine ausgeprägte Hands-on-Mentalität prägte das Projektteam – alle Fachbereiche waren aktiv eingebunden, statt nur informiert zu werden. Besonders wichtig war die Rolle der Change Agents aus den Regionen: Sie fungierten als Multiplikatoren, gaben Feedback aus der Praxis und sorgten für Akzeptanz vor Ort. Ein weiterer Erfolgsfaktor war die bewusste Reduktion der Detailtiefe. Statt sich in der Vielzahl von Konten zu verlieren, konzentrierte sich das Team auf die 25 % der Positionen, die 80 % der Wirkung ausmachen. Das schuf nicht nur Übersicht, sondern auch Geschwindigkeit. Ergänzt wurde dieser Ansatz durch eine hohe Transparenz: Zentrale Dashboards und Workflow-Übersichten machten jederzeit sichtbar, wo jede Region im Planungsprozess steht – ein echter Gamechanger für die Steuerung.

Mehrwert für die Finanzabteilung: Was springt für mich raus?

Die Einführung einer agilen Finanzplanung bringt nicht nur methodische Veränderungen mit sich – sie schafft vor allem spürbare Entlastung und neue Möglichkeiten für Finanzverantwortliche. Wer bisher viel Zeit mit der Zusammenführung von Daten und Interpretation unzähliger Detailpositionen verbracht hat, kann sich nun auf das konzentrieren, was wirklich zählt: die Steuerung des Unternehmens auf Basis relevanter Treiber und transparenter Daten.

Konkret profitieren Finanzabteilungen auf mehreren Ebenen:

  • Weniger Planungsaufwand: Durch die Vorinitialisierung der GuV und den Fokus auf die wichtigsten Treiber reduziert sich der manuelle Aufwand erheblich.
  • Mehr Transparenz: Zentrale Dashboards und ein einheitlicher Datenstand (Single Point of Truth) ermöglichen jederzeit einen klaren Überblick über den Planungsstatus aller Einheiten.
  • Effektiveres Change Management: Die frühzeitige Einbindung der Regionen und die Arbeit mit Change Agents fördern Akzeptanz und Engagement im gesamten Unternehmen.
  • Schnellere Entscheidungen: Aggregierte, entscheidungsrelevante Daten schaffen die Grundlage für fokussierte Diskussionen auf Management-Ebene – ohne sich in Details zu verlieren.

Fazit: Weniger ist mehr – aber das Richtige muss drin sein

Agile Finanzplanung bedeutet nicht weniger Kontrolle, sondern mehr Fokus. Wer sich auf die relevanten Treiber konzentriert, schafft Raum für strategische Diskussionen und bessere Entscheidungen. Der Wandel braucht Mut, aber er lohnt sich: Für mehr Klarheit, mehr Geschwindigkeit und mehr Wirkung in der Finanzfunktion.

Wir stehen Ihnen bei der Modernisierung Ihrer Finanzplanung von der Konzeption der Lösung bis zum Change-Prozess gerne als Sparrings-Partner zur Seite. Sprechen Sie uns einfach an. Wir freuen uns auf den Austausch.

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Verfasser des Blog-Beitrags

Dennis Stahl
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Dennis Stahl
Business Unit Lead CFO
celver AG

Dennis Stahl verantwortet die Business Unit CFO Services und hilft Kunden seit mehr als 7 Jahren, FP&A-Prozesse mit innovativen Planungs- und Analyselösungen zu modernisieren. In seinen Projekten begleitet er Unternehmen vom gehobenen Mittelstand bis zu Dax-Konzernen unterschiedlichster Branchen. Er verfügt über umfangreiche internationale Beratungserfahrung in der Leitung, Konzeption und Umsetzung fortschrittlicher Kundenlösungen.

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