SCM-Trendradar 2025/2026

Blog-Beitrag
Supply Chain Management
Janek Kapahnke
02
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08
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2026
SCM-Trendradar 2025/2026

Worauf es in der Supply-Chain-Planung jetzt ankommt

2025 war ein Jahr, in dem klassische Ansätze der Supply-Chain-Planung spürbar an ihre Grenzen gestoßen sind. Globale Unsicherheiten und volatile Nachfragesituationen trafen auf neue technologische Möglichkeiten – insbesondere durch KI-gestützte Planung und moderne Analytik. Dabei wurde schnell klar: Die Planung muss schneller, integrierter und wirkungsorientierter werden. Auf dieser Grundlage entstanden neue Ansätze, mit denen Unternehmen ihre Planungsfähigkeit nachhaltig verbessern und messbare Wettbewerbsvorteile erzielen können – vorausgesetzt, sie werden konsequent umgesetzt.

Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Entwicklungen zusammen, reflektiert zentrale Learnings aus der Praxis und gibt einen klaren Ausblick darauf, worauf es 2026 in der Supply-Chain-Planung ankommt.

Rückblick 2025: Integration und Geschwindigkeit als neue Standards

Das vergangene Jahr stand klar im Zeichen von Integration, Geschwindigkeit und operativer Exzellenz. Die drei wichtigsten Themen dabei waren:

  • xP&A und das Aufbrechen von Silos
    Die Zeiten, in denen es genügte, einen einzelnen Forecast für eine Menge X zu erstellen, sind vorbei. Heute geht es darum, Szenarien ganzheitlich zu bewerten: Was passiert finanziell, wenn Szenario A oder B eintritt? Die Verbindung von Vertrieb, Finance und SCM ermöglicht es, Auswirkungen direkt zu simulieren und schneller zu reagieren. 
  • Resilienz durch Reaktionsgeschwindigkeit
    Die Supply Chain muss nicht nur robust, sondern vor allem schnell anpassbar sein. Die Fähigkeit, auf kurzfristige Veränderungen – etwa Zolldiskussionen oder sprunghafte Nachfrageschwankungen – zu reagieren, ist entscheidend. Simulationsfähigkeit wird dabei zum Schlüsselfaktor: Situationen, die sich abzeichnen, müssen frühzeitig modelliert werden, um handlungsfähig zu bleiben. 
  • Bestandsmanagement zwischen Fehlmengen und Überbeständen
    Viele Unternehmen kämpfen weiterhin mit unklar definierten Bestandsprozessen. Falsche Forecasts führen zu hohen Beständen oder Fehlmengen. Oft ist nicht eindeutig geregelt, wie der Bestand berechnet wird und wer die Verantwortung trägt. Ein sauberes Bestandsmanagement ist die Basis für eine resiliente Supply Chain. 

Aha-Effekte: Weniger Perfektion, mehr Wirkung

In unseren Projekten haben sich neben diesen strategischen Themen im letzten Jahr auch einige Aha-Effekte herauskristallisiert. Einer der wichtigsten: In volatilen Zeiten schlägt Geschwindigkeit die letzte Nachkommastelle an Genauigkeit. Unternehmen, die schnell zu Entscheidungen kommen, sind erfolgreicher als jene, die auf perfekte Ergebnisse warten. Agilität wird in der Planung damit zunehmend zum Wettbewerbsvorteil.

Kurze, fokussierte Assessment-Workshops wurden daher zu einem zentralen Erfolgsfaktor. In einem Umfeld, das sich permanent verändert, sind mehrjährige Transformationsprogramme immer schwerer steuerbar. Nicht selten besteht die Gefahr, über lange Zeit „blind zu fahren“ und erst zu reagieren, wenn sich die Rahmenbedingungen bereits wieder verändert haben. Kompakte Assessments schaffen hier einen wirkungsvollen Gegenpol: Sie ermöglichen es, innerhalb kurzer Zeit Klarheit über relevante Handlungsfelder und Prioritäten zu gewinnen und diese in schlanke, zielgerichtete Konzepte zu überführen. Die Vorbereitung der Umsetzung bleibt dabei wichtig, folgt jedoch dem Prinzip „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. So können schneller sichtbare Ergebnisse erzielt werden – genau das, was viele Organisationen aktuell benötigen.

Auch beim Thema KI hat sich ein klares Muster gezeigt. Trotz aller Fortschritte bleibt die Datenbasis der entscheidende Faktor. KI-gestützte Planungslösungen entfalten ihren Nutzen nur dann, wenn die zugrunde liegenden Daten sauber, konsistent und gut strukturiert sind. 2025 hat vielen Unternehmen vor Augen geführt: Moderne Technologie ersetzt weder Daten- noch Prozessdisziplin – sie verstärkt sie.

Ausblick 2026: Chancen jetzt nutzen

Der Blick nach vorne zeigt, dass 2026 ein Jahr der Entscheidungen wird. KI-Agenten verlassen zunehmend die Konzeptphase und finden ihren Weg in die operative Planung. Gleichzeitig schreitet die Demokratisierung von Planungslösungen weiter voran. Damit steigt der Handlungsbedarf in der Supply-Chain-Planung spürbar – zugleich eröffnen sich große Chancen zur gezielten Verbesserung:

  • Agenten in der Planung: von der Vision zur Praxis
    KI-Agenten kommen jetzt in die Anwendung. Die zentrale Frage ist: Wie können sie in der Planung, z.B. bei der Demand-Planung, wirklich genutzt werden? Unternehmen müssen die Voraussetzungen schaffen, damit Agenten echten Mehrwert liefern. 
  • KI-basierter Forecast & Demokratisierung von Planungslösungen
    KI-basierte Forecasts werden immer zugänglicher. Die „Demokratisierung“ von Planungslösungen schreitet voran – Unternehmen erwachen aus dem „Schlaf“ der S4-Transformation und erkennen, dass sie handeln müssen.
  • APO-Ablösung: Jetzt handeln, nicht auf 2027 warten
    Mit dem geplanten End-of-Life von SAP APO im Jahr 2027 ist das kommende Jahr der letzte Moment, um die Weichen für die Zukunft zu stellen und Alternativen zu implementieren. 

Fazit: Die richtigen Weichen stellen

Die aktuellen Entwicklungen zeigen: Die Supply-Chain-Planung befindet sich nicht mehr in einer Phase der Optimierung, sondern der Neuausrichtung. Integrierte Ansätze, hohe Reaktionsgeschwindigkeit und der pragmatische Einsatz von KI sind keine Zukunftsvisionen mehr, sondern entscheidende Erfolgsfaktoren. Unternehmen, die weiterhin auf isolierte Forecasts, starre Prozesse oder Aufschub setzen, riskieren den Anschluss zu verlieren.

Es ergeben sich aber auch viele neue Chancen. KI-Agenten werden operativ nutzbar, moderne Forecast-Ansätze sind breiter verfügbar und der Handlungsdruck durch die APO-Ablösung zwingt zu klaren Entscheidungen. Wer jetzt die richtigen Prioritäten setzt, die eigene Planung realistisch bewertet und gezielt investiert, schafft Transparenz, Stabilität und echte Wettbewerbsvorteile.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die eigene Supply-Chain-Planung kritisch zu hinterfragen und aktiv zu gestalten. Sprechen Sie uns einfach an - gemeinsam ermitteln wir Ihren Reifegrad und die nächsten Schritte zur Neuausrichtung Ihrer Planungsprozesse!

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Verfasser des Blog-Beitrags

Janek Kapahnke
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Janek Kapahnke
Business Unit Lead SCM
celver AG

Janek Kapahnke entwickelt seit über 5 Jahren Planungs- und Analyselösungen mit Kunden aus verschiedenen Branchen. Heute verantwortet er den Bereich Supply Chain Management und fokussiert sich dabei auf innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen in der Supply-Chain-Planung.

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